Welche Bedeutung hat Musik für Videospiele und deren Gamer?

Redaktioneller Beitrag von Nils Fittkau

Redakteur der Online-Plattform Crystal Universe

Crystal Universe ist ein Zusammenschluss aus erfahrenen Gamern und Anlaufstelle für japanische Rollenspiele (JRPGs) und Indie-Games. Auf seiner Webseite beschäftigt sich das Unternehmen thematisch v.a. mit Spielen aus dem Hause Square Enix. Es informiert aktuell aus der Welt der Gaming-Branche, gibt wertvolle Tipps und Lösungswege, die als Guides verfügbar sind und aktuell gehalten werden. Die Mitarbeiter besuchen und berichten über themenbezogene Veranstaltungen, führen Interviews und bieten in der Kategorie „Rund um die Welt“ Artikel mit einer sympathisch-persönlichen Nuance.
 

1. Welche Bedeutung hat die Musik für Videospiele und deren Gamer?

„Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ - Victor Hugo, französischer Schriftsteller

 

Ein Zitat, das sich auch auf die Videospielmusik übertragen lässt. Denn die Als Videospiele mit „Pong“ von 1972 noch in den Kinderschuhen steckten, kamen diese noch mit ein paar Tönen aus. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung wurden die Spiele inhaltlich wie optisch umfangreicher. Und so ist es auch mit der Musik. Bei Pong erzeugte man mittels Spannungsspitzen der Schaltkreise Geräusche. Das Konzept war so einfach wie es erfolgreich war. Vom Erfolg beflügelt, fokussierte man sich darauf, die Aufmerksamkeit der Spieler durch ein möglichst lautes und prägnantes Sounddesign zu erhaschen. Viele erinnern sich sicherlich noch sehr gut an die Melodie aus „Tetris“ oder „Super Mario Land“ aus der 8- Bit-Ära – die ihren Ursprung übrigens in Europa hat, als es die ersten Soundchips gab.

 

Doch längst wird Musik nicht mehr (ausschließlich) am Computer gemacht. Sie wird orchestral vertont und steht der Filmmusik in nichts nach. Sie erzählt die Geschichte von Charakteren, beschreibt Landschaften und ist je nach Spielsituation in Echtzeit variierend.

Die Videospielmusik übernimmt mehr „Aufgaben“ und hat an Priorität gewonnen. Sie verleiht dem Geschehen Tiefe und sorgt idealerweise für einen hohen Wiedererkennungswert. Sie hilft dem Spieler sich mit dem Spiel zu identifizieren. Zum Beispiel wenn Themen behandelt werden, die auch das eigene Leben wiederspiegeln können. Viele Gamer verbinden damit Kindheitserinnerungen. Spielt man einem heute 40-Jährigen die Tetris-Melodie vor; er wird sich ruckzuck 30 Jahre jünger fühlen. Viele Musikstücke werden auch als Kulturgut der eigenen Generation wahrgenommen. Und hierbei macht sich ein extrem wichtiger Faktor bemerkbar:

Videospielmusik überwindet Kultur- und Sprachbarrieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht unüblich ist, wenn andere Spieler/Fans aus allen Ecken der Welt nach Deutschland kommen, um sich solche Konzerte anzuhören. Fairerweise muss man ergänzen, dass die Seltenheit eines solchen Konzertes den entscheidenden Ausschlag gibt.

 

Auf jeden Fall sind Konzerte dieser Art ein Treffen der Generationen; sie schaffen Nähe, Vertrautheit und Freundschaft. Und ganz besonders angenehm zu sehen ist es, wenn sich das Publikum in der Pause über die Musik unterhält und austauscht. Fans der ersten Stunde und Musikfreunde, die sich mit diesem Genre (noch) nicht auskennen, unterhalten sich zutiefst angeregt und teilen ihre Begeisterung und Erfahrung für Videospielmusik beziehungsweise orchestrale Musik.

Vor allem wirkt die Musik auch als Balsam für die Seele. Ich zum Beispiel höre gerne Musik aus „Final Fantasy“ und „Kingdom Hearts“. Sie gibt mir (besonders an schlechten Tagen) die Zuversicht, dass ich nicht alleine bin und der Silberstreif am Horizont stets da ist. Auch wenn ich ihn momentan nicht sehen kann. Ich höre Musik mit den Ohren und fühle sie mit dem Herzen. Und manchmal mache ich sie mir als Lebensphilosophie zu eigen. Denn auch in der Videospielmusik schwingt die eine oder andere Botschaft mit.

Inzwischen arbeitet man an neuen Technologien, die während des Spielens die Stimmung des Spielers per Sensoren messen. Dadurch will man die dazu passende Hintergrundmusik in Echtzeit präsentieren, um ein intensiveres Erlebnis zu erschaffen.

Man sieht also, dass die Musik (in den allermeisten Fällen) genauso viel Priorität hat, wie der eigentliche Spieleinhalt. Und obwohl Musik und besonders Videospielmusik meist für die Epoche steht, in der sie entsteht, so ist sie dennoch zeitlos und bleibt über viele Generationen erhalten. Und für so manch einen Besucher ist so ein Event der Einstieg in die Welt der klassischen Musik.

Und ich bin aus tiefstem Herzen überzeugt, dass das auch in Zukunft so sein wird.

 

2. Welche Spiele sind in diesem Genre führend?

 

Stellt man diese Frage zehn verschiedenen Leuten, so bekommt man mit ziemlicher Sicherheit auch zehn verschiedenen Antworten. Denn – und das ist ja das Schöne – Geschmäcker sind vielfältig. Und Musik lebt von Vielfalt. Dennoch lassen sich die folgenden Spieletitel nennen, die gerne gehört werden. Die Aufzählung entspricht meinen Erfahrungswerten und erhebt ganz bewusst keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 
  • Final Fantasy

  • Kingdom Hearts

  • Zelda/The Legend of Zelda

  • World of Warcraft

  • Civilization IV

  • Pokemon

  • The Elder Scrolls V: Skyrim

  • The Witcher

  • Chrono Trigger

  • Super Mario

  • Monkey Island

  • Tetris

  • Mega Man

  • Secret of Mana

  • Shadow of the Colossus

  • Diablo

  • Red Dead Redemption

  • Street Fighter

  • Duck Tales

  • God of War

  • Monster Hunter

Welche Komponisten und Interpreten sind am bekanntesten?

 

Komponisten:

  • Nobuo Uematsu

  • Masashi Hamauzu

  • Yoko Shimomura

  • Koji Kondo

  • Masayoshi Soken

  • Hitoschi Sakimoto

  • Jun’ichi Masuda

  • Hiroki Kikuta

  • Jeremy Soule

  • Jake Kaufmann

  • Jun Ishikawa

  • Jason Hayes

  • Matt Uelmen

  • Akihito Narita

  • Austin Wintory

Interpreten:

Münster Klassik, Nils Fittkau, Susan Calloway, Masatoshi Soken, Naoki Yoshida Masayoshi Soken, Susan Calloway, Nils Fittkau, Naoki Yoshida

4. Was erwartet diese Generation von einem Konzert?

 

Mit einer Erwartungshaltung ein Konzert zu besuchen, sehe ich eher kritisch. Mir gefällt aber der Gedanke, sich auf das eine oder andere hoffnungsvoll zu freuen.

Bezogen auf das Konzert an sich ist eine gute Akustik natürlich sehr wichtig. Hier sehe ich Konzertsäle im Vorteil gegenüber nüchternen Mehrzweckhallen. Handelt es sich um größere Konzertproduktionen, empfiehlt sich zusätzlich zum Orchester ein Chor oder zumindest ein bis zwei Sänger, die den Gänsehautfaktor erhöhen und für eine zusätzliche Lebendigkeit und Tiefe in den Stücken sorgen.

Das ganze Arrangement lässt sich hervorragend um Videosequenzen aus den jeweiligen Spielen ergänzen, die man über beziehungsweise hinter der Bühne an eine Leinwand projiziert. Somit wird es ein audiovisuelles Erlebnis der Extraklasse.

Ist eine Moderation vorgesehen, ist es absolut empfehlenswert, dass der Moderator eine gewisse Grundkenntnis der Materie mitbringt oder sie sich in groben Zügen aneignet. Niemand erwartet eine ultimative Koryphäe in Sachen Videospiele und -

musik. Aber es geht zulasten der Seriosität, wenn Namen falsch ausgesprochen oder Komponisten und die zugehörige Spielemusik durcheinandergebracht werden.

Die Fans und Zuschauer lauschen gerne still und regungslos den Klängen der Musik. Von Zeit zu Zeit möchten sie aber auch gerne eingebunden werden. Sofern es das Musikstück hergibt oder der Dirigent sie dazu einlädt, kann es ein rhytmisches Klatschen oder das Mitsingen eines Wortes oder Refrains sein. Das verleiht dem Konzert einen authentischeren Charakter und das Publikum fühlt sich bestens eingebunden.

 

Wer bei Videospielkonzerten die Zugabe(n) auslässt, verschenkt wertvolle Pluspunkte. Denn Zugaben steigern die Chance, dass die Leute wiederkommen erheblich. Es ist ein Mehrwert, der nicht zu unterschätzen ist – für alle Seiten.

 

Die Musikstücke müssen auch nicht starr nach Vorlage gespielt werden. Neue Arrangements und Kompositionen bringen frischen Wind in die ansonsten bekannten und gängigen Stücke der Videospiele. Warum nicht einfach mal ein Medley einbauen? Gerne auch spieleübergreifend. Gerade bei Konzerten, die jedes Jahr oder alle paar Jahre stattfinden, kommt es nicht gut an, wenn dieselbe Setlist immer wieder gespielt wird. Andererseits kommt es aber auch natürlich darauf an, welche Werke man aus lizenztechnischen Gründen überhaupt spielen darf.

 

Und wer wissen möchte, was die Gamer gerne hören wollen oder sich wünschen, erlangt über Umfragen im sozialen Medium seiner Wahl zielsicher hilfreiche Antworten.
Unabhängig der letztendlich zu spielenden Werke gibt es in Deutschland einen steten Bedarf nach einer Kombination aus Rockband und Orchester. Dass es sehr gut funktioni
ert, beweist zum Beispiel Nobuo Uematsus „One Winged Angel“ aus Final Fantasy VII: Advent Children. Dessen Intro ist Alfred Hitchcocks „Psycho Theme“ und Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ angelehnt und wurde ebenfalls von Rockband und Orchester eingespielt.

Außerdem wird Deutschland in Sachen Rock und Klassik von Künstlern als ein sehr treues Publikum wahrgenommen – was ich ausdrücklich bestätigen kann.

5. Sonstige Voraussetzungen

 

Informationsmaterialien zum Konzert, zum Beispiel Flyer oder Programmhefte sind immer gut. Vor allem für diejenigen, die mit so einem Konzertbesuch Neuland betreten.

Ein kleiner Stand, an dem man beispielsweise Poster, CDs/DVDs oder auch Anstecker erwerben kann, erfreut jedes Gamer- und Sammlerherz.

Wenn es um den Ticketverkauf geht, bevorzugen die Fans deutsche beziehungsweise deutschsprachige Buchungsmöglichkeiten. In Gesprächen mit anderen Fans habe ich erfahren, dass andere Anbieter als zu umständlich oder eher als lästige Mühe empfunden werden.

Münster Klassik, Arnie Roth, Nils Fittkau, Nobuo Uematsu Arnie Roth, Nils Fittkau, Nobuo Uematsu

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"Das Konzert"

©KH Krauskopf

Judith Stapf spielte an der Seite des WDR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Chefdirigent Cristian Măcelaru "Romanze für Violine und Orchester f-Moll op. 11" von Antonín Dvořák. Aufgezeichnet wurde das Konzert in der Kölner Philharmonie am 14. März 2021.

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Ich freue mich über die Kooperation mit meinem Kollegen Timo Maschmann aus Osnabrück und auf das gemeinsame Projekt, vielversprechende und etablierte Künstler sowie Ensembles auf ihrem Weg zu begleiten. 

 

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Duo Reinfeld & Nuss

Gewinner des Opus Klassik

Benyamin Nuss

Pianist und Komponist

Trio Orelon

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Interview

TenHagen Quartett

 

- Wie ist es als Jüngster im Quartett zu spielen?

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- Was hat bewusstes Naturerlebnis mit Musik zu tun?

 

Klicken Sie hier: Interview

Kathrin ten HagenPrimaria des Geschwisterquartetts TenHagenwurde an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar zur Professorin für Violine berufen. 

 

Herzlichen Glückwunsch Kathrin!

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